Bildungspolitik

Foto: LMZ Baden-Württemberg

Die Bildungs- und Wissenschaftspolitik ist das Herzstück der Kulturhoheit der Länder. Sie macht einen Kernbereich ihrer Eigenstaatlichkeit aus. In der Bildungspolitik hat die Landesregierung einen großen Handlungsspielraum. Bei der Föderalismusreform 2006 wurde die Beziehung von Bund und Ländern auch im Bereich von Bildung, Wissenschaft und Forschung auf eine neue Grundlage gestellt und damit die Bildungshoheit der Länder gestärkt. Und die politische Kontroverse um das richtige Bildungssystem für Beruf, Schule und Hochschule wird in der Öffentlichkeit im Land heiß diskutiert.

In der Kultusministerkonferenz arbeiten die Länder bei den Themen Bildung und Erziehung, Hochschule und Forschung sowie Kultur zusammen. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vertreten in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen die Interessen des Landes Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg verfügt über ein breit gefächertes Bildungssystem: Das Land hat ein flächendeckendes Angebot an Grund-, Haupt-/Werkreal- und Realschulen sowie Gymnasien und Sonderschulen. In den letzten Jahren wurde außerdem das Ganztagsschulangebot in Baden-Württemberg deutlich ausgebaut. Derzeit gibt es 1.066 Ganztagsschulen im Land und damit doppelt so viele als 2004. Knapp ein Viertel aller Schüler wird heutzutage ganztags betreut. Bis zum Schuljahr 2014/2015 sollen 40 Prozent der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen Ganztagsschulen werden.

Die Hochschullandschaft Baden-Württembergs gehört mit über 52 staatlichen Hochschulen und Berufsakademien sowie rund zwanzig kirchlichen und privaten Hochschulen zu den vielfältigsten der Bundesrepublik Deutschland. Rund 277.000 Studierende sind an den Hochschulen eingeschrieben. Wegen der stetig steigenden Studierendenzahlen stehen die Hochschulen und Berufsakademien in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Besonders 2012 muss ein großes Studienangebot vorhanden sein, da zwei Schülerjahrgänge gleichzeitig Abitur machen: Der erste achtjährige und der letzte neunjährige Abiturjahrgang. Deshalb wird seit 2007 die Zahl der Studienplätze kontinuierlich erhöht. Die Landesregierung plant laut ihrem Programm „Hochschule 2012“ bis 2012 insgesamt 20.000 neue Studienplätze. In den Jahren 2011 und 2012 sollen 7.000 neue Plätze entstehen. Damit wären rund 18.500 neue Plätze vorhanden, die restlichen sollen noch mit den Hochschulen ausgehandelt werden.
In allen Bereichen der Bildungspolitik kam es in den letzten Jahren zu Reformen, die nicht unumstritten sind. Und auch in Zukunft wird sich in der Bildungspolitik einiges bewegen müssen. 

Der Bildungspolitik kommt folglich bei der Landtagswahl eine besondere Bedeutung zu. Viele verschiedene Wahlkampfthemen gehören in diesen Bereich:
Werkrealschule
Achtjähriges Gymnasium
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